Painted With Words

Erzählungen aus dem verdrehten Leben einer jungen Psychologiestudentin :)
 

Meta





 

Hallo Welt.

25.08.2016

Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Milena McLeod (24 Jahre jung) und eigentlich weiß ich nicht recht, warum ich eigentlich noch hier bin.

Das mag jetzt ziemlich makaber klingen aber im Prinzip ist die Schreiberei das einzige, was mich noch hält. Ich lebe das Schreiben, ich atme es geradezu.

Vor gar nicht allzu langer Zeit, als ich noch dachte, mein Leben nehme endlich eine positive Wendung, habe ich dem Menschen, den ich liebte Briefe geschrieben, ihm meine Gefühle ausgedrückt, jetzt aber schreibe ich um zu überleben.

Ich war nie ein besonders offener und positiv gestimmter Mensch und vermutlich hatte ich auch damals schon mit Depressionen zu kämpfen aber das, was mir neulich passiert ist, war mir tatsächlich ziemlich neu.   

Mein Partner und der einzige Mensch, dem ich mein Seelenleben je anvertraute, verließ mich aufgrund einer Tumor-Diagnose, einfach so, von heute auf morgen. Das klingt nicht nur großartig, nein das war es auch! Ganz großartig, geradezu fantastisch! Nun ja, von heute auf morgen stimmt nicht ganz, denn zwischenzeitlich hielt er es für angebracht, sich drei Tage lang vom Acker zu machen und mir eine nette Textachricht zu hinterlassen die da sagte:                                   "Du bist für deine Probleme eigenverantwortlich, ich muss mich jetzt um meine eigenen Angelegenheuten kümmern" 

Und so saß ich da und wartete auf den sicheren Tod, der nicht eintrat, denn dem lieben Universum sei Dank, schlug die Strahlentherapie gut an.

Das selbst die einem so vertrauten Menschen nicht immer die sind, die sie vorgeben zu sein, war mir eine bittere Lektion und ich habe auch jetzt noch schwer daran zu beißen.

Fünf Jahre meines Lebens mit einem Menschen verbracht zu haben, der sich selbst scheinbar immer am nächsten war und nun mehr auch ist, gehen auch an einer zierlichen Frau mit dickem Fell nicht spurlos vorüber.

Es ist nicht der Schmerz, verloren zu haben, was ich so sehr liebte, vielmehr ist es der Schock, der mir noch immer tief in den Gliedern sitzt und jeden Morgen erneut auf mich lauert.      

Auch die Einsamkeit, die an meinen müden Knochen nagt ist ziemlich schwer zu ertragen.      Nun denn, ich mag nicht klagen, wer wäre ich denn, aber beschreiben wie ich mich fühle möchte ich des nackten Überlebens wegen.

Jeden Morgen kämpfe ich um die gute alte Zuversicht, um neues Vertrauen in eine so verwirrende Welt und jeden Abend schließe ich die Augen, in der Hoffnung ein neuer Tag bringe neue Erkenntnis und vor allem weniger alten Schmerz.

Ein wenig möchte ich diesen Blog zu einer Art offenem Tagebuch gestalten, zu einem offenen Brief an wen immer das hier auch nur im geringsten interessiert.

Vielleicht findet sich ja sogar jemand hierin wieder und wenn ich damit auch nur eine Menschenseele erreiche, dann hat dieser Blog seinen Zweck erfüllt.

Liebe und vor allem !ehrlich gemeinte! Grüße

Milena

PS. Hier noch ein Bild meines Lieblingskünstlers (Ein Abbild eines Cafés in Arles/ in der Provence, das auch ich im letzten letzten Urlaub besuchen durfte und dass im übrigen nichts von seinem ursprünglichen Charme verloren hat) emotion


 

 

25.8.16 22:04

Letzte Einträge: Rennstallluft und Pferdeduft!, Crappy Crappy Birthday

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